Tomas Bucher


Auch Krankenhausmitarbeiter werden in Zukunft verstärkt vom Homeoffice aus tätig sein. Patienten werden via Internet behandelt oder kommen viel öfter nur noch ambulant in unsere Krankenhäuser. Unsere stationären Patienten begeben sich nicht mehr auf den sogenannten Behandlungspfad. Im Krankenhaus der Zukunft kommt das System zu den Kranken. Abteilungsstrukturen wird es darin nicht mehr geben, es ist weniger verschachtelt, Prozesse laufen weitgehend automatisiert.
Zukunftsforscher sagen uns durch die digitale Transformation einen ähnlichen technischen Entwicklungssprung voraus wie durch die Erfindung der Elektrizität. Als Techniker frage ich mich: Wird dieser Wandel wirklich so einschneidend sein wie vorhergesagt und wenn ja, wie können wir die besten Innovationen aufspüren und schnellstmöglich für unsere Krankenhäuser nutzbar machen?


Dazu kommt: Veränderte Versorgungsstrukturen benötigen eine völlig neue technische Infrastruktur. Diese können wir Techniker nur zur Verfügung stellen, wenn wir die zukünftigen Bedürfnisse und Strategien unserer Partner, oder wenn man so möchte Kunden, im Krankenhaus kennen und verstehen. Darum freue ich mich, dass uns der Gesundheitswirtschaftsgipfel DACH am 6. und 7. Mai in Friedrichshafen eine Plattform bietet, die es uns Technikern ermöglicht, zukunftstauglich Konzepte für unsere Gesundheitsversorgung mitzugestalten und von Anfang an einzutauchen in die technischen Notwendigkeiten, die sie erzeugt: Veränderte räumliche Strukturen, durchdachte Mobilitätkonzepte, sichere Netzwerke, …  Der Austausch mit anderen Interessengruppen aus dem Krankenhaus und Kollegen aus benachbarten Nationen mit ähnlichen Aufgabenstellungen und Herausforderungen wird uns Technikern helfen, besser zu helfen. Und ganz sicher wird er nicht zuletzt als Konsequenz daraus auch dem medizinischen Personal helfen, besser zu helfen.


Mehr noch als bisher schon wird das Geschehen im Krankenhaus in Zukunft von Technik beherrscht sein – einer nicht mehr rein mechanischen, hydraulischen oder elektrischen, sondern sehr informatik-lastigen Technik. Wir alle werden darauf achten müssen, dass dem Gesundheitswesen mit dem zunehmenden Einsatz immer mehr und immer komplexerer Technologien die wichtige Dimension der zwischenmenschlichen Prozesse nicht abhandenkommt. Die effiziente und dabei humane Versorgung immer mehr älterer Menschen verlangt uns eine enorme Innovationsleistung ab. Mit unterschiedlichsten in den Startlöchern stehenden Technologien und Lösungsansätzen müssen wir im Grunde ein völlig neues wirklich zukunftstaugliches System schaffen. Damit es gut wird, sollten wir lernen, in jeder Hinsicht unbegrenzt zu denken und unser Wissen und unsere Erkenntnisse teilen. Der GeWiG DACH wird uns das ermöglichen.


Tomas Bucher, Präsident des Ingenieur Hospital Schweiz (IHS)